Auto fahren in den Niederlanden

Von der Grenze bis zur Einfahrt nach Groningen dauert es fast immer gleich lang, denn erstens gilt Tempo 130 und zweitens ist – zumindest auf der Autobahn – eigentlich nie Stau. Dieser Artikel erleichtert Ihnen das Auto fahren im Land der gelben Kennzeichen.

Tempolimits in den Niederlanden

Auf der Autobahn gilt Tempo 130 (manchmal auch nur 120), und Sie sollten sich daran halten, denn zu schnell fahren (und dabei erwischt zu werden) ist teuer. Sofern vorhanden: Tempomat an und entspannen.

Falls Sie vergessen haben, wie schnell man gerade fahren darf: Auf den Autobahnen stehen alle hundert Meter kleine grüne Kilometerschilder und auf jedem zehnten steht zur Erinnerung noch ein kleines Schild oben drauf, dass die gerade gültige Höchstgeschwindigkeit zeigt.

Bei zu hoher Geschwindigkeit drohen dann im Vergleich zu Deutschland recht hohe Strafen. Es gibt so gut wie keine Toleranzen, und so werden oft auch kleinere Übertretungen von unter 10 km/h geahndet.

Hier ein Überblick über aktuelle Tempolimits in den Niederlanden:

innerorts50 km/h
außerorts100 km/h auf N-Straßen
80 km/h auf Landstraßen
Autobahn (PKW)130 km/h (manchmal 120 km/h)
Autobahn (Gespanne)80 km/h

Hohe Geldbußen

Verstöße wie zu schnell fahren, falsch parken oder eine auch nur wenige Minuten abgelaufene Parkuhr ziehen drakonische Strafen nach sich und werden mehr oder weniger rigoros verfolgt, auch über Landesgrenzen hinweg.

Im ADAC Länderführer Niederlande gibt es im Abschnitt Verkehr denn auch einen sehr interessanten Abschnitt:

Bußgelder – Besonderheiten

Im Vergleich zu Deutschland fallen die Bußgeldsätze für bestimmte Verstöße deutlich höher aus. Die Polizei kann von Ausländern an Ort und Stelle Bußgelder erheben. In den Niederlanden werden Geschwindigkeitsüberschreitungen auf Autobahnen mit hohen Geldbußen geahndet. Wird das Bußgeld nicht innerhalb der auf dem Bescheid genannten Frist gezahlt, erhöht sich der geschuldete Betrag: Beim ersten Mal um 50%, beim zweiten Mal um 100%.

Es ist zu beachten, dass besonders die Niederlande von den Vollstreckungsmöglichkeiten des EU-Rahmenbeschlusses zur Geldsanktionenvollstreckung Gebrauch machen und nicht bezahlte Geldbußen auch in Deutschland eintreiben.

Wenn Sie also vorhaben, zu schnell zu fahren oder falsch zu parken, sollten Sie genügend Kleingeld mitbringen. Und kein Bargeld ist keine Ausrede: Die Polizei hat meist auch Geräte zum Abrechnen mit EC- und Kreditkarten dabei. Oder Sie nehmen lieber gleich den Bus.

Ampeln: Rot – Rot – Grün

Deutsche Autofahrer werden von den niederländischen Ampeln oft überrascht. Gefühlt ist es dann stundenlang rot, und urplötzlich wieder grün.

Nein, sie haben die Gelbphase nicht verschlafen, es gibt sie wirklich nicht. Von Grün nach Rot ist alles wie gewohnt mit Gelb dazwischen, aber von Rot geht es sofort auf Grün. Kein Gelb.

Gerade in Groningen sind die Rotphasen teilweise wesentlich länger als woanders, denn die Radfahrer haben bei großen Kreuzungen manchmal eine eigene Grünphase, in der alle vier Autorichtungen stehen (»tegelijk groen«, etwa »zugleich grün«).

Wenn Sie nicht gerne überrascht werden, lassen Sie den ersten Gang drin und halten die Kupplung gedrückt, aber ein Kavalierstart ist unnötig. Das machen nur Leute mit weißen Kennzeichen, weil sie glauben, Gelb verpasst zu haben.

Niederländische Kennzeichen

Die meisten niederländischen Autos haben gelbe Kennzeichen, aber es gibt einige Ausnahmen:

  • Oldtimer haben schwarze Schilder
  • Taxen kommen mit blauen Schildern daher
  • Anhänger haben weiße Schilder mit schwarzer Schrift.

Man kann auf den niederländischen Kennzeichen nicht erkennen, woher die Wagen kommen, aber für Experten ist dafür aus der Buchstaben-Ziffernkombination das Zulassungsjahr ersichtlich.

Mehr Infos finden Sie bei Bedarf im Wikipedia-Artikel zu Kfz-Kennzeichen (Niederlande).


Das Beitragsbild ist von Friesland2K5 [CC BY-SA 3.0] und auf Wikimedia Commons zu finden.

Stand: Januar 2019
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